Alexis Taylor: «Await Barbarians»

Alexis Taylor Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Der Hot-Chip-Sänger übt auf seinem zweiten Solo-Album «Await Barbarians» scheu den Slow Dance.

Das Haus ist leer, nur eine leise vor sich hin pluckernde Drum-Machine, ein Heimklavier und eine der schönen Stimmen der Popmusik sind noch da. «Elvis has left the building» konstatiert diese, berichtet über Dylan, über Whitney, über den verlorenen Prince, den der Sänger irgendwo aufgelesen hat, und mit ihm nun an einen Ort läuft, den man «Home» nennt. 

Die Stimme gehört Alexis Taylor, der mit seiner Band Hot Chip neben den
unwiderstehlichen Hits immer wieder schönste Balladen für das Schlafzimmer und den Slow-Dancefloor eingesungen hat. Nun veröffentlicht Taylor mit «Await Barbarians» seine überaus zarte, zweite Solo-Platte. 

Es ist kein Album, das grosse Worte verdient – dafür ist es glücklicherweise zu unspektakulär und minimal instrumentiert, zu still und intim, und wirkt mit den Piano-Übungen «Piano Ducks» zuweilen auch arg skizzenhaft. Eher ist «Await Barbarians» mit all den kleinen, immer wieder angespielten Songs eine Platte, die man herzlich umarmen möchte. Und mit «Without A Crutch (2)» ist da dieses eine Lied, das vermutlich für immer bleiben wird:

485497 original Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Alexis Taylor: «Await Barbarians» (Domino/MV)

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