66 Jahresplatten (6/6)
Zum Schluss: Vernachlässigte und aufgesparte Platten, die mich sehr interessieren und die ich (vermutlich) gerne hören werde – wenn der gute Zeitpunkt da ist.
Off World: «1»
Mit Sandro Perri hat ein Lieblingsmusiker unter dem Namen «Off World» eine neue Platte veröffentlicht. Warum ich diese bloss vergass?
Moor Mother: «Fetish Bones»
Camae Ayewa spielt gleich an beiden von mir angepeilten Festivals im Frühling und das Album ist auch auf einschlägigen Bestenlisten zu finden. Im Wire steht etwa: «You cannot escape the history of the present; this is what it sounds like, and it is a nightmare» – und ich werde mir «Fetish Bones» geben, wenn ich genügend stabil bin.
Jenny Hval: «Blood Bitch»
Der Tanz der «Female Vampires» war einer der Tänze des Jahres. Höchste Zeit fürs hochgepriesene Album.
VA: Music of Morocco – Recorded by Paul Bowles, 1959
Da hörte ich erst zwei Tracks (nämlich jene, die auf Bandcamp freigegeben sind) – und es ist klar: Das ist eine Fundgrube mit Musik, die der Autor Paul Bowles 1959 in Marokko aufgenommen hat. More to come.
Car Seat Headrest: «Teens of Denial»
Will Toledo hatte keinen guten Sommer – zumindest in dem Moment nicht, als ich ihn im Konzert gesehen habe. Da war ein Bube, lost in Europe, ohne Album, das eingestampft werden musste und in der Folge hatte ich keine Lust mehr auf seine Songs. Im März besucht er abermals das Land, bis dahin werde ich «Teens of Denial» gehört haben, weil die Singles und «Fill in the Blank», die sind ganz grossartig.
David Bowie: ★
★ ist die Stunde Null des Popjahres 2016, natürlich. Doch ich schaffte es nicht, das Album durchzuhören – gleich wie die anderen grossen Todesalben des Jahres nicht. Am 10. Januar wäre ein guter, wenn auch arg trauriger Zeitpunkt, dies zu ändern. (Überhaupt: Die Angst vor «wichtigen» Alben und Instant-Meisterwerken war in diesem Jahr überaus ausgeprägt – deshalb entschied ich mich auch für diese allzu grosse Liste, die die Hierarchien und das Supercheckertum aushebeln sollte. Vor allem auch: damit auch kleinere Platten einen Platz bekommen.)
Demdike Stare: «Wonderland»
Über solche Musik möchte ich gerne schreiben, wenn ich es denn könnte. «Wonderland» nehme ich jedenfalls ins ganz persönliche Schreib- und Close-Listening-Camp mit – wie alle Releases des Labels Modern Love aus Manchester (Andy Stott!). Mal schauen.
Mark Wynn: «Singles – But They're Not Really Singles...»
Diese Singlesammlung hörte ich mir einmal durch und sie ist grossartig (nicht nur wegen dem Song «I Just Don't Understand Nick Cave»). Wynn spielt im Frühling als Support der Sleaford Mods, bis dann ergeben sich gute Möglichkeiten, diese Platte on repeat zu stellen.
Carla dal Forno: «You Know What It's Like»
Es ist dunkel hier, aber nicht so dunkel wie auf anderen Blackest-Ever-Black-Releases. Bei Carla dal Forno scheint es also weiter zu gehen – auch gerade, was die Forschungen am Song angeht.
Aphex Twin: «Cheetah»
Das schönste Albumcover des Jahres – und die Musik, die hier drauf ist? Die tanzt auch prima, beispielsweise «CIRKLON3». Die Maschinenkunde hole ich dann noch nach.
Andy Shauf: «The Party»
Diesen Kanadier kannte ich nicht, bis kürzlich ein Palace-Konzert angekündigt wurde (für den 24. Februar). Und dann stiess ich auf das Lied «Quite Like You» von dieser Platte, die vermutlich sehr gerne drehen wird – über diese Tage, und über das Jahr hinaus. Bis dahin!