Journalist und Popkulturist
Zuweilen gibt es anderes als Popletterschreiben, beispielsweise Kindergeburtstage, Frühlingswetter, Grippeauskurierungen – oder alles zusammen. Deshalb hier und heute: eine eher schnelle, doch nicht minder herzlich zusammengestellte Ausgabe. In dem Sinne: Lieben Dank fürs Lesen.
Syd Tha Kyd und ihre Gefährten aus dem Internet spielen eine schön gegenwärtige Soulmusik. Sehr sehr gut.
Mo, 21.3., Plaza, Zürich
Gute, gute Gitarren aus New York, gespielt von einer Band, um die ich mich eigentlich längst hätte kümmern sollen. Und eigentlich wär das nun die beste Gelegenheit.
Di, 22.3., Fri-Son, Fribourg; Mi, 23.3., Bogen F, Zürich
Laure Betris hat mit «Will You Be the Same» einen der schönen Songs des bisherigen Jahres eingespielt. Noch mehr neue schöne Lieder ab ihrer Platte «Bella lui» spielt sie am Kairo-Osterfestival.
Do, 24.3., Café Kairo, Bern
Während in Bern eine Veranstaltung mit dem Namen «We Love Techno» affichiert ist, sind im Lineup des Electron ganz viele Katzen zu finden, von Todd Terje über die Jubiläumsherren von Raster-Noton bis zum Motor City Drum Ensemble.
Do, 24.3., bis So, 27.3., Usine, Genf
Nun gut, es gibt auch in Bern gute Partys, beispielsweise dieser Abend mit den grellen Acid Arab und Pandour.
Fr, 25.3., Dachstock, Bern
Die schönste Platte der Woche gleich hier, denn bei diesem Duo mit Broadcast-Vergangenheit und Advisory-Circle-Gegenwart gespensterts ganz angenehm und leicht und geht doch ziemlich tief – wie beispielsweise im Titelsong, der bereits auf dem Ghost-Box-Labelsampler zu hören war. Kurz, Lieblingsmusik.
Panda Bear brachte mich hierhin (wie an so viele andere Orte). Nun veröffentlicht das Kollektiv bzw. Label MoodHut aus Vancouver eine kleine Werkschau. Was drauf ist, weiss ich nicht, aber der Soundcloud-Anmix ist superb.
Nach seinem Wiederauftauchen im vergangenen Sommer sind nun die drei Alben «Distance», «Further» und «Chorus» von David Pearces Flying Saucer Attack erschienen. Eine grosse Freude, weil mir bei dieser sehr analogen Musik das Format nicht ganz unwichtig erscheint.
Neues vom superben Open Mike Eagle. Dieses Mal spannt er mit dem Produzenten Paul White zusammen, und irgendwo rappt dann auch Sam Herring unter seinem Hiphop-Alias mit.
Diese neue Platte des irischen Duos nimmt mich wunder, weil mir – wie «Das Filter» schreibt – «elektronischer, krautiger, epischer, Instrumental-Pop, der (es lässt sich nicht vermeiden) natürlich nach Boards of Canada schmeckt» eigentlich immer sehr gut schmeckt.
«Fuckin A» war eine Zeitlang eine meiner liebsten Platten überhaupt, aber das ist nun schon eine ganze Weile her. Doch noch immer gilt: Eine neue Thermals-Platte ist auch im 2016 keine schlechte Nachricht, ganz und gar nicht.
Was machen eigentlich die (Ex-)Mitglieder von Odd Future? Beispielsweise eine Platte veröffentlichen wie Domo Genesis – mit freundlicher Produktionshilfe von Tyler, The Creator.
Ich habe wenig gelesen diese Woche, deshalb hier, viel Musikfernsehen auf Arte über den «Sound von morgen» feat. Paradise Bangkok Molam International Band, William Onyeabor, Pitchfork (als sie noch unabhängig waren), MP3-Jäger oder die Rückkehr in die Plattenläden. Mal schauen.
Die althergebrachten Musikgenres sind so 2013, ha, der Guardian geht dem nach. (Spoiler: Justin Bieber war mitschuldig.)
Früher war alles besser und wilder, beispielsweise die Raves. Das sagt der Gründer des Bloc-Festivals im einstigen ATP-Durchführungsort Minehead und beleidigte so sein gegenwärtiges Festivalpublikum. Wieso er falsch liegt, steht hier geschrieben.
Muss ich mich um AnnenMayKantereit kümmern? Nein, natürlich nicht, aber diesen Artikel habe ich dennoch gerne gelesen. Jetzt aber zurück zum Kartoffelschälen.
Unser Popkino Song & Dance Men präsentiert in der Berner Cinématte den Film über die komischste grosse Pop-Band der jüngeren Vergangenheit. Jarvis & Co are forever.
Mo, 21.3., Cinématte, Bern, 20:30
Das «Bad Bonn Song Book» ist das denkbar schönste Buch – und es wurde ersonnen von den beiden Grafikerinnen Adeline Mollard und Katharina Reidy, die am Gründonnerstag in der REX-Bar Lieder aus diesem grossartigen Werk spielen werden. Und noch viel mehr. Es wird superb.
Do, 24.3., REXbar, Bern, 22:30 Uhr
Rock'n'Roll, Noises out of Psychedelia, kosmischer Blues und andere Verpeiltheiten: Alles ist da auf dieser Platte des Wahnsinns von The Come n' Go.
Trotz Frühlingserwachen: Die freundliche Winterbeiz Chez Rar öffnet wiederum von 16 bis 19 Uhr die Türen im Café Kairo. Wie gehabt mit Speis, Trank und Musik. Bis später.