Advent, Advent am Wochenende

flarf Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Heute im Adventskalender: Vorabgedruckte Popgedichte.

Dies soll nicht nicht nur ein Musikblog sein, sondern ein «Popblog» im weiteren Sinne sein. So gibts heute eine Leseprobe des geschätzten Autors Hartmut Abendschein aus seinem Band «Flarf Disco», der nächstes Jahr erscheinen wird. Für «Flarf Disco» hat Abendschein die Liederlisten der «Spex-Beilagen-CDs» mit den Nummern 1 bis 120 ins Deutsche übertragen, die Titel kombiniert und permutiert und mutiert, bis, ja, bis ein Gedicht erdichtet war. Das klingt dann etwa so:

nächtens wieder motorisiert
sind wir hängen geblieben
mit nem memphis blues
im komplex des vergoldens
schatz
so hatte ich dich nie

krokodile geister hardware
farben der lenkung
verstehe ich nicht
und auch nicht
das blasen im wind

wenn dieser hut fehlt
geh ich andere mädchen jagen
küsse
graue tage
jeden den ich kenne
und der hiphop hört

nachts dann im zirkus
machen sich die bakterien vom acker
eindruck zu schinden
beim sunset strip meiner welt

im loch baltimore
sitzt ein meister des kriegs
wir verlieren den schlaf
in der letzten stadt
sind hundertzwölf pianotapes
ein einsamer spass

die zahl vierundvierzig a
ist uns angewandte muziek
mit seiji alleine
hätt ich sie sonst hingeschmissen

ich muss immer
an schrödingers katze denken
und daran
was vor den vögeln war

Da ich das Vorwort zu «Flarfdisco» schreiben durfte, gibts nun auch das erste Quiz der «Tonspuren»-Geschichte. Und das funktioniert so: Wer am meisten der im Gedicht verarbeiteten Liedtitel errät (und diese in der Kommentarspalte einträgt), dem schicke ich gerne ein Exemplar zu. Das wird dann so im Frühling 2015 der Fall sein. Ein Tipp: dieses Lied hier ist drin, googlen ist aber ansonsten ziemlich langweilig.

Viel Freude beim Knobeln.

«Flarfdisco. Popgedichte» erscheint 2015 im Verlag Edition Taberna Kritika.

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