Tim Presley: «The Wink»

Screen-Shot-2016-12-07-at-8.38.57-AM-1481117962-compressed Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Dieses Album kann schon frustrierend nachlässig sein, doch eben auch lustig und sehr sonderbar.

Vor eineinhalb Jahren spannte Tim Presley, der unter dem Bandalias White Fence verspulte Garage-Psychedelia einspielte, mit der Waliserin Cate Le Bon zusammen. Gemeinsam entstand die Platte «Hermits on Holiday» unter dem Decknamen DRINKS und es war der Anfang einer wunderbaren Freundschaft.

Eine, die im Herbst zu diesem Album geführt hat: Le Bon, die ihrerseits zuletzt die fantastische No-Nonsens-Liedersammlung «Crab Day» veröffentlicht hat, hat «The Wink» produziert, und so eine der verschrobeneren Platten des vergangenen Jahres mitgestaltet. Denn alles wirkt schief: Die dissonanten Gitarren, das Schlagzeug von Warpaint-Mitglied Stella Mozgawa, die Stimme Presleys und Texte, die vom «Goldfish Wheelchair» oder dem Regen unter Wasser erzählen. Zunächst ist das frustrierend, auch weil die Songs allzu unfertig und gewollt schräg scheinen.

Doch schliesslich zwirbeln diese Nervensägenlieder unentwegt im Kopf der Hörerschaft fort – und Presley reiht sich mit «The Wink» munter in der Exzentrikerriege irgendwo zwischen Mark E. Smith und Syd Barrett ein.

Bildschirmfoto-2017-02-05-um-20.38.16 Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Tim Presley: «The Wink» (Drag City)

Konzert: DRINKS, am 5. April im Bad Bonn

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