Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp: «Sauvage Formes»

0013181210 10-1 Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Eine der Platten der Saison: «Sauvage Formes» des Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp.

«Blow» heisst der erste Song auf diesem Album, und ja, es kann schon passieren, dass man in diesen fünf Minuten weggeblasen wird. Wie sich hier die Marimba, der Kontrabass und die elektrische Gitarre zu einer lauernden Musik zusammenfinden; wie die Sängerin Liz Moscarola und die Chörli einsetzen und später dann auch die Bläser und die Streicher auftauchen, wie alles lauter wird, hin in den lärmenden Tumult, ist atemraubend.

Und man hört, dass das Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp nun nicht mehr einfach eine grosse Band ist. Sondern ein 14-köpfiges Orchester, so, wie sich das Bandleader Vincent Bertholet seit der Gründung 2006 immer erträumt hat. Das vierte Album der Genfer, das in England im Studio von John Parish aufgenommen wurde, ist eine Wohltat und die Spielfreude, die die acht Songs durchwehen, wirkt ansteckend. Doch die Musiker, die ihre Musik als tropischen Postpunk bezeichnen, wissen eben auch, dass Spektakel rasch auch langweilig werden kann. So, dass die zweite Hälfte ruhiger ist, dank Songs wie «Lost and Found», die lange weiterdrehen. Eines der Alben der Saisons.

a2597709884 10 Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Orchestre Tout Puissant Marcel Duchamp: «Sauvage Formes» (Bongo Joe)

Die Band ist am diesjährigen B-Sides zu sehen. Das ganze Programm gibts hier.

Dieser Text ist im druckfrischen Loop erschienen, dem letzten Matador unter den Musikzeitungen hierzulande. Hier gehts zum Abo.

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