Fliegen mit der Kilbi

IMG 0911 Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Wenn alles passt: Der Freitag an der Bad Bonn Kilbi.

Keine Idylle nirgends: Die Hunde bellen, von hinten nähern sich irgendwelche Monster, Elemente verschieben sich, Fliegen surren, kurz, die frühen Vögel, die am Nachmittag an der Bad Bonn Kilbi eintreffen, sind hier in eine Falle hineingeraten, denn vor diesen Sounds, die Dave Phillips über das Lautsprecher Orchester Soundsystem schickt, gibt es kein Entrinnen. Bis Caterina Barbieri in der Kantine ihre modularen Synthies fein pulsieren lässt. Und bereits an diesem Konzert lässt sich erahnen, dass hier ein Kilbi-Abend bevorsteht, an dem sich all die verschiedenen Programmteile magisch verbinden werden.

So ging es dann weiter: Zur hochschwangeren Lido Pimienta,die ihre «badass»-Songs performte, zur «serious band» Downtown Boys und dem Furor ihrer Sängerin Victoria Ruiz, zu den Drones der ausgebauten La Tène, zu den Songs von Vagabon, die ans Herz gingen. Und immer weiter: Zu Beat-Man und seiner grossen New Wave, zu James Holden und seinen tanzenden Tiergeistern, ehe dann bei Khruangbin allmählich das ausschlaufen einsetzte.

Das alles passt (ausser die kaum vernehmbaren mystischen Stimmen aus Bulgarien)? Schon verrückt. Und wenn es dann doch mal passiert, ist das wunderschön.

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