Botany: «Deepak Verbera»

Bildschirmfoto-2017-02-07-um-10.29.21 Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Die Reise ans Licht – erzählt von Spencer Stephenson, der sich auf die Suche nach dem Mystiker Horris E. Campos begibt.

Dies ist eine Platte mit Geistersounds, die an den obskuren Horris E. Campos erinnert. Ende der Sechzigerjahre gründete der Musiker Campos, der Licht in Töne übersetzen wollte und eine esoterisch wirkende Sicht auf die Harmonielehre hatte, gemeinsam mit Gleichgesinnten das «Higher Yearning Institute». Während dieser Zeit entstand in der Wüstenstadt Sedona, Arizona ein Archiv aus Gedichten, Aufsätzen und aber auch Klangaufnahmen, das 1990 bei einem Brand zerstört wurde. Der texanische Samplekünstler Spencer Stephenson zollt auf «Deepak Verbera» nun dieser vergessenen Gestalt mit einer kosmischen Soundcollage Tribut. Es ist eine beinahe beatlose Collage aus aufgefundenen Sounds, neu eingespielten Gitarren- und Klavierklängen und chorale Heiligengesänge, die laut gehört schon auch erleuchtend wirken können. «Deepak Verbera» erinnert so eher an kosmische Jazzplatten von Alice Coltrane. Ob auf den verbrannten Tapes von Horris E. Campos eine ähnliche Musik enthalten war, weiss man natürlich nicht. Doch Stephenson sucht weiter nach dem Licht – wie seine in diesen Tagen erscheinende Klangarbeit «Raw Light II» bereits im Titel andeutet.

a2289729936 10 Benedikt Sartorius. Journalist und Popkulturist.

Botany: «Deepak Verbera» (Western Vinyl)

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